BRK St. Georgshof

6 Am 12. Juli 2024 erlebte die Förderstätte St. Georgs- hof einen Moment, der alles verändern sollte: Ein heftiger Starkregen ließ das Wasser unaufhaltsam steigen. Es drückte sich durch die Garage und er- reichte in der Werkstatt einen beeindruckenden Höchststand von 152 Zentimetern. Von dort aus breitete sich die Flutwelle aus und überschwemmte nahezu die gesamte Förderstätte. Drei Tage später begann die große Herausforderung – das Aufräumen. Schlamm- und Schmutzmassen wurden mit vereinten Kräften entfernt. Jenny S. er- innert sich noch genau: „Ich war den ganzen Tag draußen und hab Schlamm geschaufelt – total ver- dreckt, aber wir mussten ja ran.“ Die Mitarbeitenden und Bewohnerinnen und Bewohner räumten Schränke aus, durchforsteten gemeinsam Papiermaterialien wie Bücher, Ordner und die Kunstprojekte der Bewohne- rinnen und Bewohner, um zu entscheiden, was noch gerettet werden konnte. Schnell wurde auch sichtbar, wie tief die Feuchtigkeit in die Wände eingedrungen war. Schimmel begann sich auszubreiten – die Si- tuation verschlechterte sich zunehmend. Die einzige Lösung war ein kompletter Umzug der Förderstätte. Auf die Frage, wer denn für die Überflutung verant- Wie die Überflutung am 12. Juli 2024 den St. Georgshof auf den Kopf stellte wortlich sei, schmunzelt Benni G. augenzwinkernd: „Ich wars nicht.“ Sein Kollege Alex R. bringt die Lage knapp auf den Punkt: „Das war echt total feucht.“ Die verschiedenen Gruppen der Förderstätte fanden während dieser Zeit vorübergehend verschiedene neue Orte zum Arbeiten und Zusammenkommen. Trotz der räumlichen Trennung blieb der Orff-Raum der zentrale Treffpunkt, an dem alle weiterhin täg- lich zusammenkamen. Trotz des Umzugs gab es auch viele positive Seiten: Die Handwerksgruppe schätz- te die gemütliche Atmosphäre in der angemieteten Wohnung, die mit einem Pavillon vor der Haustür zum Verweilen einlud. Kaffee und Gespräche unter freiem Himmel wurden schnell zum festen Ritual. Die Industriegruppe schwärmt noch heute von der großen Fensterfront ihres Containers, die den Blick auf einen grünen Garten freigab. In dieser Zeit etablierte sich das Danteln (Fußball jonglieren) als beliebte Be- schäftigung, die bis heute von der Gruppe beibehalten wird. Die Kreativgruppe freute sich über den inten- siveren Austausch und die Nähe zur Arbeits- und Beschäftigungstherapie. Eine besonders witzige An- ekdote erzählt man sich heute noch gerne: Artur M. und Stefan J. machten sich an den alten Brunnen im Aufenthaltsraum – und rissen ihn kurzerhand ab. Vom Hochwasser zur neuen Förderstätte

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