Haus Hedwighof Leipzig

Gohlis ist geprägt von Altbauwohngebieten aus dem späten 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Haus Hed- wighof liegt in einem Neubauwohngebiet unweit der Kreuzung Max-Liebermann-Straße – be- nannt nach dem deutschen Maler und Grafiker des Impressionismus – und Landsberger Straße. UNSERE NAMENSGEBERIN HEDWIG BURGHEIM Unsere Einrichtung ist nach der jüdischen Re- formpädagogin Hedwig Burgheim benannt. Im November 1911 konnte Henriette Goldschmidt dank großzügiger Förderung die Hochschule für Frauen eröffnen. Diese verstand sich nicht als Konkurrenz zur Leipziger Universität, sondern bot Frauen wissenschaftlich fundierte Ausbildungs- möglichkeiten für soziale, pädagogische, medi- zinische und naturwissenschaftliche Berufe. Hedwig Burgheim gehörte zu den ersten Päda- gogikstudentinnen der Hochschule für Frauen und schloss ihr Studium 1915 mit „sehr gut“ ab. Danach bildete sie Kinderpflegerinnen in Leipzig aus und arbeitete als Lehrerin in Grünheide. Ab 1918 war Hedwig Burgheim am Fröbel-Semi- nar Gießen angestellt, das Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Kinderpflegerinnen ausbil- dete. 1920 übernahm sie dessen Leitung und bildete bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1933 mehr als 800 Schülerinnen aus. Hedwig Burgheim kehrte nach Leipzig zurück, wo sie noch verschiedene Ämter innehatte; unter anderem war sie Leiterin eines jüdischen Kindergartens sowie des jüdischen Altersheims in der Nordstraße. Hedwig Burgheim wurde am 17. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert und dort am 27. Februar ermordet.

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