Skilifte Lech Deutsch
25 Die Skilifte Lech stellen sich vor Die Skilifte Lech haben zusammen mit den Vorarlberger Stel- len für Wildbach- und Lawinenverbauung Stützbauwerke im Bereich Zugerberg und Kriegerhorn-Ost realisiert und ent- wickelten 1995 – unter Federführung von Michael Manhart – gemeinsam mit der Firma Doppelmayr und weiteren Spe- zialisten Lawinenorgeln und fernsteuerbare Sprengstoffwerfer. Damit konnten wir erstmals Lawinenabgänge auf Computer- befehl auslösen und waren mit der Serienreife 1997 weltweit das erste Skigebiet, das dieses neuartige System einsetzte und so einen enormen Sicherheitsgewinn verzeichnete. 2011 installierte unser Unternehmen zusätzliche sechs Lawi- nensprengmasten (Bereich Mohnenfluh), 2013 einen Spreng- masten sowie drei Lawinenorgeln mit je zwei Wurfkästen zur Sicherung des Auenfeldjets. Perfektioniert wurde – in Zusammenarbeit mit unterschied- lichen Behörden (mit österreichweiter Wirkung) – auch das Absprengen von Lawinen vom Hubschrauber aus. Täglich sichern wir die Skiabfahrten in einem Gebiet von 20 km 2 auf den markierten und kontrollierten Bereichen des Skigebiets. Abseits davon gibt es indes keine Sicherheit, hier ist jeder Wintersportler für sich selbst verantwortlich. Trotz eines nicht minimierbaren Restrisikos gab es in den letzten 50 Jahren auf keiner geöffneten Skiabfahrt einen nennens- werten Lawinenunfall. Das zeigt, dass die Lawinenkommissi- on und Sprengmannschaften, die aus Skilehrern und eigenen Mitarbeitern bestehen, immer gute Arbeit geleistet haben. Unser Team aus 50 Frauen und Männern überwacht als La- winensprenger oder in der Lawinenkommission derzeit rund 200 Sprengpunkte, also potentielle Lawinenabrissgebiete, und Lawinensicherung Dem technischen Lawinenschutz, der Revitalisierung des Waldes und unseren Aufforstungsprogrammen zum Schutz vor Lawinenabgängen schenkten wir von Anfang an besondere Aufmerksamkeit. setzt pro Saison circa 5000 kg Sprengstoff ein. Gesprengt wird entweder per Hand, an schwer zugänglichen Stellen vomHub- schrauber aus. Für die automatische Lawinensprengung verfü- gen die Skilifte Lech über 14 Lawinenorgeln mit 31 Wurfkästen und 7 Lawinensprengmasten, die bei Bedarf per Funkfernsteu- erung über den Computer ausgelöst werden. Jede Orgel ist mit zehn Ladungen bestückt, die nach und nach immer wieder von speziell ausgebildeten Mitarbeitern aufgefüllt werden. Mit dem Institut für Naturgefahren und der Universität für Bodenkultur in Wien betreiben wir verschiedene Forschungs- projekte. Mit dem Snowcatcher können auftretende Kräfte bei Lawinenabgängen auf ein Schneefangnetz gemes- sen werden, während das Lawinenprognosesystem ADS auf statistischen Modellen zur Berechnung von Lawinenabgängen beruht. Mit dem Alpincenter Lech arbeiten wir an der Appli- kation AVADO, einem Datenerfassungspool für die Lawinen- sprengungen zur Gewährleistung einer lückenlosen Doku- mentation der Lawinensicherungsmaßnahmen.
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