BRK St. Georgshof
3 Liebe Leserin, lieber Leser, seit nunmehr 50 Jahren werden psychisch kranke Menschen im St. Georgshof betreut. Einige der ak- tuellen Bewohner kenne ich selbst noch aus meiner frühen Kindheit! Und doch hat sich viel gewandelt in dieser Zeit. Das Offensichtliche: Bauliche Erweiterun- gen, Wasserschäden und Brandschutzertüchtigun- gen am Gebäude, die Eröffnung der Ladenwerkstatt „AchSo“ in der Dorfmitte und nun ein ganzer Neu- bau. Aber auch bei den Bewohnern nehme ich Ver- änderungen wahr: Es scheinen nun viel mehr junge Menschen zu sein, die im St. Georgshof leben und betreut werden. In all den Jahren ist aber bislang eines gleich geblie- ben: Die Bewohner nehmen – in unterschiedlicher Intensität und meist im Positiven – am Dorfleben teil. Sie werden hier wahrgenommen. Und das ist (meist) auch gut so: Menschen mit psychischer Er- krankung oder einer Behinderung werden in unserer Gesellschaft oft ausgegrenzt oder sind in der Öffent- lichkeit kaum präsent. Hier sind sie Teil des Dorfes und zeigen uns dadurch, dass „anders sein“ normal ist und psychische Erkrankungen kein Stigma sind. Ich behaupte daher: Diese Interaktion – ja manchmal auch Inklusion – macht die Menschen in Rettenbach offener und toleranter. Und manchmal vielleicht so- gar demütiger: „Was wäre, wenn ich oder mein Kind eine solche Erkrankung hätte?“. Ich möchte daher an dieser Stelle DANKE sagen bei all den helfenden Händen in und um den St. Georgs- hof, von denen viele aus Rettenbach und den um- liegenden Orten kommen. Ein DANKE aber auch an die Rettenbacher Bevölkerung, die hier eine vorbild- liche Inklusionsleistung zeigt. Und ein DANKE an die Bewohnerinnen und Bewohner, die sich in das Dorf einbringen. Zum Jubiläum gratuliere ich Ihnen ganz herzlich und wünsche uns für unsere gemeinsame Zukunft alles Gute! Johannes Fischer, Erster Bürgermeister Gemeinde Rettenbach am Auerberg Grußwort
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