70 Jahre Camping Hopfensee

70 7 Jahre Das erste „Büro“ bestand aus einem Anmeldebuch, in das sich der Ankommende eintrug, es lag tagsüber unter freiem Himmel auf einem Tisch. Ebendort, unter freiem Himmel, lag auch die erste „Waschanlage“. Die Wasch- gelegenheit bestand aus einem großen Holztrog mit ein paar Wasserhähnen und fließend kaltem Wasser. Wer campen geht, ist spartanisches Leben gewohnt und in der Anfangszeit waren es vor allem die Niederländer, die nach Hopfen kamen. Mittlerweile sind es knapp zwei Dutzend Nationen, die Herta und Edi Mayr begrüßen konnten, vor allem aus Deutschland, Italien, Schweiz, England, Benelux-Staaten und Frankreich. Seit 1987 auch aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern. Darunter viele treue Stamm- gäste. „Wer vielfach kam“, sagt Herta Mayr, „das waren die Amerikaner, die als GIs nach dem Zweiten Weltkrieg hier stationiert waren und jetzt sehen wollten, was aus Deutschland geworden ist.“ Sie hatten zumeist ein Wohnmobil gemietet. Wie schön es am Hopfensee ist, bekamen die Gäste aber nicht mit, denn ein Gewitterregen setzte die Wiese am Pfingstsonntag unter Wasser und spülte Zelte und Hab und Gut der Camper in den See. Die zogen daraufhin, pudelnass, in den Saal des Seeblicks um, sehr zum Ärger von Hertas Mutter. Die hatte gerade den Boden frisch gebohnert, aber ein wenig Schadenfreude schwang damals auch bei den Hopfenern mit. Der Anfang war gemacht und für 14 Tage verwandelte sich die nasse, sumpfige Wiese am Hopfensee in einen Campingplatz. Wie die erste Zeit aussah, dokumentieren die vielen Bilder, die Herta Mayr in ihren Fotoalben gut verwahrt. Zu fast jedem Bild, viele natürlich in schwarz-weiß, gibt es Geschichten, die Herta und Eduard kennen. Erstes Büro – Anmeldebuch im Freien

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